Insomnium – While we sleep

Es ist kein Geheimnis, dass die skandinavischen Länder Schweden und Dänemark für besonders guten „Melodic Death Metal“ stehen. Aber auch Finnland zählt im weiteren Sinne zu Skandinavien. Und wenn ich mir die Songs von „Insomnium“ anhöre, stimme ich dem, ungeachtet der Geographie, uneingeschränkt zu.

Durch Zufall auf den Song „While we sleep“ vom Album „Shadows of the dying Sun“ gestoßen, läuft dieser in der gefühlten Endlosschleife. Schon beim ersten Anhören hat sich der Song vor ein paar Tagen in meinem Hirn festgesetzt. Und zwar so richtig. Verständlicherweise, denn hier passt einfach alles. Die Instrumente gehen gemeinsam mit den Stimmen eine perfekte Symbiose ein und schaffen eine absolut energiegeladene Atmosphäre aus Melancholie, Verlangen und Sehnsucht. Klar, dass ich mir die CD direkt gekauft habe, um meine Sammlung zu erweitern.

Auch die Alben „Across the Dark“, „One for Sorrow“ sowie „Above the weeping World“ sind sehr zu empfehlen und ebenfalls ganz schnell in meinen Besitz gewandert. Schon jetzt zählen die Songs „Through the Shadows“, „One for Sorrow“ und „Last Statement“ neben „While we sleep“ zu meinen Favoriten der 1997 gegründeten, vierköpfigen Band.

Ein wahrgewordener Traum vom perfekten Melodic Death Metal.

Infinite Uncertainty

I’m walking in circles. And despite my open eyes I am blind. I can’t find the beginning, also not the end. For a long time I’ve been going this way of my life with my demon friends. I wonder where I want to go. Often I stumble, often I fall. Does it still make sense if it is not my way at all?

My demons are my constant companions. Over the years it became more and more. They became stronger and stronger. They’ve often gained the upper hand, which I can’t longer ignore. Again I look at the scars on my skin. It is fragile and thin. But these scars belong to me. They shape me.

I tried to defeat them with my eyes wide open. But I was blind. I underestimated their power, not listening to their nasty screams at any hour. I went to bed with them, but they were also there in my dreams. No restful nights, only strenuous fights. And even more screams.

Many years have gone by now. Too many ups and too many downs. Have I really done so much wrong? Is there nothing that I have won? I have probably learned nothing from my mistakes. And that could be my biggest ache. Despite my open eyes I am still blind.

I’ve spoken so many words, but have often said nothing with them. I did not understand my words myself, day after day again. I’ve often listened to what others have told me. But I’ve listened far too little to myself in my shell. And now I am speechless and deaf in my self-made hell.

I must escape from her. I can no longer be the demon in the depths of my despair. And with my eyes open I have to pay attention to myself. To stop stumbling and falling. To finally speak. Not to lose what is most important to me. To finally listen. To finally see.

Motorowl – Atlas

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu und Weihnachten steht vor der Tür. Ich hätte nicht gedacht, dass man mir bereits vor dem „heiligen Abend“ ein Geschenk machen würde. Doch es kam anders.

Als Vorband von „Long Distance Calling“ stand die noch recht junge Truppe „Motorowl“ auf der Running Order. Ohne jegliche Erwartung vor der Bühne stehend, kamen fünf junge Herren mit sehr interessantem Auftreten vom Intro begleitet herauf. Neben zwei elektrischen Gitarren sah ich einen Bass, ein Schlagzeug und einen Syntheziser. Und ich fragte mich, was mich wohl erwarten wird.

Nach dem Auftritt wusste ich es dann: Eine grandiose Band, die mich nach nur einem Konzert in ihren Bann ziehen konnte!

Motorowl ordnen sich dem Subgenre „Psychedelic Doom Rock“ zu. Und dieses vertreten sie mit ihrer Virtuosität sowie äußerst treibenden und „stoned-progessiven“ Songs außerordentlich gut.

Die beiden Alben „Om Generator“ und „Atlas“ sind empfehlenswerte Scheiben, welche ich mir nach anfänglicher Skepsis nun doch zulegen werde. Besonders die Songs „Atlas“ und „To Take“, sowie der Split-Track „The highest City“ wollen mir seit dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und bringen frischen Wind in meinen Gehörgang.

Meinen anfänglichen Vergleich zur Kombination aus „Deep Purple“ und „Queens of the Stone Age“ oder „Orchid“ und „Kyuss“ möchte ich doch nicht mehr ziehen. Denn dafür ist der Sound von Motorowl zu eigen.

Eigen, überzeugend und fesselnd genug, um in diesem Jahr mein erstes Weihnachtsgeschenk zu sein.

KOJ – Black Night

Ein ganz normaler Tag im Büro. E-Mails, Telefonate, ein kurzes Gespräch mit dem Kollegen. Und es ist passiert. Ich bin verliebt. Nicht in meinen Kollegen. Ich bin verliebt in den Sound der Band „KOJ“ aus Münster. Vom ersten Ton an.

KOJ sind Alina, Nils und Simon. Und mit ihrem Song „Black Night“ haben sie mich in ihren „Deep Dark Indie“-Bann gezogen. Feierabend, stockender Verkehr, Heimfahrt. Inmitten der Black Night.

Ich bin zuhause. Den Verstärker an, den Lautstärkeregler auf  Anschlag. Und ich verliebe mich ein weiteres Mal. In den Song „Mood“ vom Album „Waters“ des Trios.

Endlosschleife, ein befreiendes Gefühl. Emotionen pur. Schwermutig, treibend, progessiv. Und absolut empfehlenswert.

Das Buch des Lebens

Das Leben. Ein Buch mit leeren Seiten, die wir täglich neu beschreiben. Kapitel für Kapitel blättern wir zurück und lesen, was war. Doch Einfluss auf den Klappentext haben wir nicht. Umso wichtiger ist es, dass wir den Inhalt verzeichnen. Bevor die Zeit den Einband zerfallen lässt.

Long Distance Calling – Out there

Als ein großer Fan der Vokalmusik war mir bis 2007 nicht bewusst, dass Rockmusik auch ohne Gesang auskommen kann. Die Münsteraner Band „Long Distance Calling“ ist für mich das Aushängeschild der deutschen Instrumentalmusik und wird es dank des neuen Albums „Boundless“ auch weiterhin bleiben.

Jedes der sechs Studioalben ist ein Meisterwerk und darf in keiner guten Musiksammlung fehlen. Besonders Songs wie „Out there“, „Black Paper Planes“ oder „I know You, Stanley Milgram“ nehmen mich jedes Mal mit auf eine wundervolle Reise. Ich schließe die Augen und meine Gedanken malen Bilder.

Auch das stark kritisierte, eher „vokalmusikalische“ Album „The Flood Inside“ gefällt mir dank Songs wie „Tell the End“ und „Inside the Flood“ sehr.

Wer musikalisch nach etwas Abwechslung sucht und Wert auf äußerst anspruchsvolle Musik legt, darf Long Distance Calling nicht länger missen.

Nine Inch Nails – Less than

Manchmal fehlen mir einfach die Worte, um zu beschreiben, was ein Song bei mir auslöst. Der Song „Less than“ von den „Nine Inch Nails“ ist einer dieser Kandidaten, der mich sprachlos macht.

Von der ersten bis zur letzten Sekunde reißt er mich voll in seinen Bann. Das Mastermind „Trent Reznor“ hat wieder zugeschlagen! Der Song ist auf der im Jahr 2017 veröffentlichten EP „Add Violence“ zu finden und erinnert mich stark an ältere Produktionen aus dem Hause Reznor.

Die Boxen auf laut, den Kopf auf aus! Single Repeat.

Spiegelbild

Facetten der Vergangenheit. Relativität. Was ich sehe, ist ein Konstrukt von Zeit und Raum. Eine Reise auf dem Ozean. Auf der Suche nach Antworten, rücke ich aus dem Mittelpunkt. Die Entfremdung meiner selbst. Ich schließe die Augen, der Gedankensturm tobt. Disposition.

Illusion und Wirklichkeit, eine Frage meiner selbst. Eine Frage meines Standpunkts auf diesem schmalen Grat. Kontingenz. Distanzierung und Empathie. Ich muss loslassen, doch ich halte fest. Angst, Verzweiflung und Zwang.

Ich öffne die Augen. Ich atme, ich spüre mich. Ich bin da, genau jetzt. Reflexion. Der Sturm legt sich. Ich konstruiere neu, ich gewinne. Denn ich werde mich selbst besiegen.