30 Jahre Tschernobyl

Am 26. April ist es auf den Tag genau 30 Jahre her, dass es 1986 im Atomkraftwerk „Tschernobyl“ nahe der ukrainischen Stadt „Prypjat“ zu einer Nuklearkatastrophe kam. Die Folgen dieser verheerenden Katastrophe sind noch heute und für viele weitere Jahre, gar Jahrzehnte spürbar. Ich sollte meinen, dass Menschen aus Fehlern lernen. Dass nach solch einem Unglück alles menschenmögliche getan wird um eine Wiederholung dessen zu verhindern. Doch 25 Jahre später, am 11. März 2011, passiert es erneut. Im Kernkraftwerk „Fukushima Daiichi“ kommt es ebenfalls zu einer Nuklearkatastrophe mit verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Und was passiert danach?

Der Alltag kehrt zurück. Zumindest für die Menschen, die nicht betroffen sind. Für die Menschen, die nicht ihr Hab und Gut oder gar einen geliebten Menschen verloren haben und der radioaktiven Strahlung ausgesetzt waren. Das was bleibt sind irreversible Schäden der Umwelt, psychische und physische Belastungen der Betroffenen und nicht mehr bewohnbare Areale und verseuchte Landflächen. Horrende Summen werden aufgebracht um die Schäden möglichst effektiv zu beseitigen und Endlager zu betreiben. Muss es erst eine dritte Katastrophe diesen Ausmaßes geben damit schnellstens ein Wandel stattfindet? Die Atomkraft soll sicher und günstig sein. Doch die „Internationale Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse“ weist immer wieder gemeldete Zwischenfälle auf. Die Webseite „atomunfall.de“ zeigt ergänzend eine Übersicht der schwersten Unfälle der letzten Jahrzehnte. Da ich davon ausgehe, dass es eine weitaus höhere Dunkelziffer gibt, bin ich froh diese nicht zu kennen.

An dieser Stelle möchte ich auf einen interessanten und zugleich beklemmenden Bildband mit dem Titel „The Long Shadow of Chernobyl“ hinweisen. Das was Gerd Ludwig mit seinen Bildern zeigt und beschreibt, sollte jeden zum Umdenken bringen. Meine Einstellung gegenüber der Atomkraft ist schon seit Jahren ganz klar diese: Nein, Danke!

Jeder von uns kann und sollte etwas für den Atomausstieg tun. Informationen rund um das Thema vermittelt mir die Seite „.ausgestrahlt“ schon seit Jahren. Die Scheinargumente der Atomlobby und die eigene Bequemlichkeit beim Thema Anbieterwechsel sowie das vermeintliche Sparen von Geld beim Nutzen von Atomstrom sind für mich keine Ausreden mehr. Fast alle der nachhaltigen Anbieter gestalten den Wechsel sehr einfach und reibungslos. Zudem sind die Preise für nachhaltige Energie und Gas zum Teil sogar geringer als die bei den Atomstromanbietern. Ein Blick auf das Portfolio der nachhaltigen Anbieter lohnt sich und sollte schleunigst getätigt werden. Ich bin seit Jahren Gas- und Strom-Kunde bei „ENTEGA“ und werde bald zur „NATURSTROM AG“ wechseln. „utopia.de“ bietet eine hilfreiche Liste mit den besten Ökostrom-Anbietern inklusive User-Bewertungen an.

Ich möchte klarstellen, dass ich keine Probleme mit Energiekonzernen habe. Wie jedes andere Unternehmen auch, müssen diese Gewinne erzielen. So sieht es die Marktwirtschaft vor. Ich billige es nur nicht, dass immer noch ohne Rücksicht auf unsere Umwelt und unsere Nachfahren schmutzige Energie sehr billig produziert und anschließend teuer verkauft wird! Die Entsorgung des atomaren Abfalls sowie die Verschmutzung durch Kohlenstoffdioxid werden von Tag zu Tag problematischer. Beispielhaft dafür sind die Massen an Tanks mit extrem kontaminiertem Wasser in Fukushima und die unzähligen, oft maroden Einlagerungsorte weltweit. Bei diesen Themen ist die Menschheit bereits an ihre Grenzen gestoßen! Die Verantwortung für diese Themen zu übernehmen ist nicht nur Aufgabe der Erzeuger und der Politik. Wir alle können und müssen fordern, dass Energie nur noch sauber produziert wird und unseren Verbrauch dieser drosseln. Der Umstieg auf regenerative Energiegewinnung amortisiert sich für die Konzerne mit hoher Sicherheit sehr schnell. Denn Gas und Strom werden schließlich weiterhin gebraucht und bezahlt. Dieser Aus- beziehungsweise Umstieg darf allerdings nicht allein durch den Verbraucher finanziert werden. Wir Verbraucher müssen hier ein Zeichen setzen und unsere Politiker fordern entsprechende Reformen und Gesetze zu erlassen.

Mein Aufruf an alle: Wechseln. Jetzt!